(Feier)Tag der tausend Kannons

November 24, 2006

Weil mir am Mittwoch Abend spontan auffiel, dass am Donnerstag in Japan ein Feiertag ist (genauer gesagt „Tag der Arbeit, und natuerlich wird, wie in Deutschland, am Tag der Arbeit eben genau jenes NICHT getan (ausser die Geschaefte, die haben meist trotzdem auf)), musste ich meinen geplanten Kaiserpalastsbesuch verschieben und mein Programm etwas aendern.

So ging es morgens mit der U-Bahn zum Tempel Daitoku-ji (mir faellt grad auf, dass das „ji“ wahrscheinlich so etwas wie „Tempel“ heisst und „Tempel Daitoku-ji“ wohl doppelt gemoppelt ist, aber gut). Leider war ich trotz umfangreicher kartographischer Vorleistung nach circa dreihundert Metern Fussweg von der Bahnstation voellig verloren und musste meine drei japanischen Worte benutzen, um eine aeltere Dame um Hilfe zu bitten. Die gab mir direkt zu verstehen, ihr zu folgen und in sieben Minuten brachte sie mich direkt vor die Tempeltuer. Problem war nur, dass sie scheinbar mein Japanisch voellig ueberschaetze und staendig auf mich einredete. Ich behalf mir mit Entschuldigungen, Laecheln und nicken und so verbrachten wir eine sehr harmonische Zeit miteinander.

Am Nachmittag wollte ich mit dem Zug nach Nagoya fahren um mit Ryutaro ein Abschiedsabendessen zu veranstalten. Da mein zweiter Tempel fuer den Tag in Bahnhofsnaehe war, fuhr ich schon mal zum Bahnhof und kaufte mir eine Fahrkarte. Vom zweiten Tempel, dem Sanjusangen-do („do“?? Mmmh…), war ich sehr beeindruckt. Man koennte sagen, ich haette ihm gar nicht so viel zugetraut. In der langen Haupthalle standen sage und schreibe 1000 Statuen der buddhistischen Gottheit Kannon in Reih und Glied. Alle mehrere hundert Jahre alt, alle natuerlich handgemacht und individuell, vergoldet und in der Mitte von einer riesigen Kannon-Statue ueberwacht. Ich hab den Mund kaum noch zubekommen, es sah einfach geil aus. Ich mein, hallo! EINTAUSEND STATUEN! ALTER SCHWEDE!!!
Der Rest des Tages war so unspektakulaer wie schoen: Ryutaro und ich haben gut gegessen (in meinem Stammrestaurant, weil zweiter Besuch) und danach in meiner Stammkneipe Jacks Bar (zweiter Besuch!) Dart gespielt. Die beiden Chefs da sind, wie ich gestern erfuhr, Brueder und kennen sich sehr gut mit deutschen Fussball-spielern in Japan aus (Litti! Buchwald!)…

3 Antworten zu “(Feier)Tag der tausend Kannons”

  1. christian ypsilon Sagt:

    an einem der letzten tage hast du von einem alten mann berichtet (min. 30!!!!) und jetzt verbringst du eine „sehr harmonische Zeit“ mit einer älteren dame… soso… SEXIST! ;-)

  2. Ida Sagt:

    Lass die alten Schweden da raus. Die haben nichts damit zu tun und bauen sicher keine großen stein-güldernen Götterstatuen. Dafür sind die doch viel zu sehr damit beschäftigt Trinklieder zu singen…und zu trinken, versteht sich.

  3. deine Mutter Sagt:

    an Christian Ypsilon: müßte das nicht Seniorist oder so heißen? Denn am Geschlecht kann´s ja nicht liegen. Und ist es nicht vielmehr löblich, daß Christian seine Zeit auch der älteren Generation widmet, selbst wenn er sie nicht versteht? Viele Fragen… Christians ratlose Mutter


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