Am Freitag sollte ich mich schliesslich mit Nanako treffen, auch sie wohnt in Nagoya und auch sie war mit mir in Iowa. Nachdem ich aus meinem Traum-Heiss-Baden-Ryokan ausgecheckt hatte, versuchte ich zunaechst vergeblich, Nanako anzurufen.
Also machte ich mich erst mal selbst auf den Weg zum Atsuta-jingu. Der Schrein aus dem dritten Jahrhundert gehoert zu den bedeutendsten Sakralbauten Japans, sagt mein Marco Polo. Denn hier liegt eines der drei kaiserlichen Hrrschaftsinsignien, das Schwert Kusanagi-no-Tsurugi. Sehen duerfen das aber nur der Kaiser hoechtspersoenlich und ein paar ganz wichtige Priesterchefs. So konnte ich mir aber doch wenigstens den Schrein an sich anschauen, der ziemlich weitlaeufig ist und von viel gruen umgeben. So eine Art Stadtpark mit gewaltiger Geschichte, koennte man sagen.Ein bisschen mehr dazu erzaehlen konnte mir ein Japaner, den ich vor dem Schrein traf und der seit 17 Jahren in London wohnt. Wir unterhielten uns eine Weile sehr nett, wanderten ueber das Gelaende und er erklaerte mir, dass die unzaehligen, in traditionelle Kostueme gewandten Kinder aufgrund eines alten Brauches mit ihren Eltern zum Fotos schiessen hier seien: Mit 3, 5 und 7 Jahren macht das wohl fast jedes japanische Kind mit, es soll Glueck und Erfolg in den folgenden Lebensabschnitten bringen (und sieht auch noch cool aus).
Nach dem Mittagessen erreichte ich schliesslich Nanako und wir machten meinen Standard-Touri-Zwischenstopp am Stadtschloss. Nagoya-jo hatte als Besonderheit zwei riesige, goldene Delphinstatuen aufzuweisen, die am Dach befestigt und in ganz Japan bekannt sind. Auch klar: Aussichtsplattform, Blick ueber die ganze Stadt…
Der naechste Halt war wieder etwas ungewoehnlicher: Im frisch eroeffneten Robotermuseum gab es neben zahlreichen historischen Robotern auch interaktive Furbys, Roboterhunde, Roboterrobben UND in einer Sonderausstellung zwei deutsche, umprogrammierte Industrieroboter. Der eine konnte mit einer Kamera menschliche Umrisse speichern und diese im Scherenschnittformat auf eine Leinwand zeichnen, der andere, coolere, war so programmiert, dass er mit bestimmten Gelenkbewegungen Toene machen und so ganze Lieder spielen konnte. Und das es ja ein deutscher Roboter war, gab es auch Highlights wie „Die Gedanken sind frei“ oder “Guten Abend, gute Nacht“….
Dann bekam ich noch einen kurzen Einblick in die sagenumwobene japanische Karaokewelt, in der man mit mehren Leuten in einem kleinen Raum vor einem Risenfernseher sitzt, tausende Lieder zur Auswahl hat und auch mal acht Stunden so verbringt, offenbar… Na ja, zu einmal Britney Spears, einmal Christina Aguilera und einmal Support bei Nirvana hab ich mich dann auch hinreissen lassen… war ja im „kleinen Kreis“…
Schliesslich hab ich dann meine Riesenreisetasche aus Ryus Apartment geholt, hab ihn am Bahnhof getroffen und ab ging es im Shinkansen nach Osaka, wo ich die Nacht bei Ryutaros Eltern verbracht habe.